Heute Nachmittag war ich im Museum. Ich glaub, ich war noch nie an einem 22.Dezember im Museum. Aber ich will ja "andere Dinge" tun! :-)
Raffael Ausstellung in der Wiener Albertina.
Seine Bilder und sein Können sind sehr beeindruckend, aber mehr als die fertigen Kunstwerke haben mich die Skizzen und sogenannten Studien angesprochen. Die fertigen Bilder wirken auf mich irgendwie künstlich. Fertig eben. Das "echte Leben" ist aber nie fertig. In der Skizze (so wie oben) bleibt immer noch Platz für eine Veränderung, es könnte noch etwas (Unerwartetes) oder jemand dazukommen. Oder wieder gehen. "Man" kann noch eingreifen, etwas in Bewegung bringen. Es ist lebendig! Vor den fertigen Kunstwerken steht man als staunender Betrachter davor und wagt gar nicht einmal dran zu denken, das Bild zu berühren, so perfekt ist es.
Mein Leben ist auch nicht fertig und schon gar nicht perfekt. Aber manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich mir das wünsche. Ein perfektes, gut durchdachtes Leben, keiner soll mir da drein pfuschen und dann hängen wir es mit Goldrahmen ins Museum und jeder soll es bewundern.
Nur in Wahrheit sind mir die Skizzen doch viel lieber. Unfertig, manches zwar schemenhaft und trotzdem klar erkennbar. Das ist eben die Kunst des Raffael, dass sogar eine Skizze den Charakter eines Menschen klar herauszeichnet. Und vielleicht ist das ein Hinweis auf meinen Schöpfer, der mich ganz als eigenständige Person sieht mit meinen Ecken und Kanten, aber mein Lebensbild noch nicht fertig gemalt hat.
Ich darf und soll selber zeichnen.

Ja, ich hätte auch gern ein perfektes Leben. Ich merk aber dass mich bei anderen (scheinbare) Perfektion entmutigt. Inspirierend ist es für mich, zu sehen wie jemand mit dem nichtperfekten, dem vorläufigen und scheitern umgeht.
AntwortenLöschenSandra
Danke, Sandra!
LöschenJa... mir geht es auch manchmal so, dass wenn ich andere (scheinbare) Perfektion sehe, dass ich die dan nachahmen will... bis ich wieder irgendwann drauf komme, dass ich doch eigentlich gar nicht so sein und leben will wie der oder die andere, sondern lieber mein eigenes, zu mir passendes Leben... Aber manchmal brauch ich ein bisschen lang für die Erkenntnis :-)