Ja genau! Dieser Satz stammt aus dem ersten Buch, das ich in diesem Jahr gelesen hab. Es kommt indirekt auch schon in meinem ersten Posting vor. Die Buchhändlerin, die es mir verkauft hat, fand es toll und ich bin ganz ihrer Meinung. (Sollte ich wieder mal bei ihr etwas kaufen, werde ich ihr das sagen!)
Das Buch heißt „Was man von hier aus sehen kann“ und Mariana Leky hat es geschrieben.
Ich glaub, ich hab noch nie ein so komisches, wortwitziges und zugleich tiefgründiges und zugleich trauriges und zugleich fröhliches und zugleich gescheites Buch gelesen. Alles auf einmal nämlich.
Es geht um Luise, ihre Großmutter Selma, den Optiker, Luises Eltern, Elsbeth, Martin, Frederick, Marion, den Einzelhändler und die anderen aus dem Dorf, die einem alle sehr schnell ans Herz wachsen. Selma hat von einem Okapi (bitte auf jeden Fall googeln) geträumt. Und wenn Selma von einem Okapi träumt, dann stirbt jemand...
Im ersten Teil des Buches geht es darum, was die Dorfbewohner in diesen bangen Stunden bis es soweit ist, tun und denken... Denn es könnte einen ja selbst treffen...
Mehr erzähle ich nicht, denn ich hoffe, dass ihr es alle lesen werdet!
Aber in den manchmal so witzigen Sätzen stecken so lebensweise Erkenntnisse, dass ich sie mit euch teilen möchte.
„Einige Leute im Dorf fanden, dass es jetzt unbedingt an der Zeit sei, mit einer verschwiegenen Wahrheit herauszurücken (...) Bevor man stirbt, fanden sie, sollte man wenigstens auf den letzten Drücker Wahrhaftigkeit ins Leben bringen.“
Also, ich hoffe, ich schaff das mit der Wahrhaftigkeit schon früher....
Und dann zwei Dinge, in denen ich mich sehr wiedergefunden hab.
Erstens: die Verstockung. Sie taucht immer in sehr ungünstigen Momenten auf, aber günstige Momente sind kein guter Nährboden für Verstockungen. Die brauchen es, unwillkommen zu sein. Dann sind sie plötzlich da und lassen sich durch kein noch so kluges Argument verscheuchen...
Also hier, sehr verkürzt, Luises Erfahrungen mit der Verstockung:
„Immer, wenn es um etwas Wichtiges ging, wurde ich im Handumdrehen verstockt. (...)
Die Verstockung nahm neben mir Platz (…) Wenn ich jetzt nicht aufhöre verstockt zu sein, dann wird das nichts, dachte ich, dann biegt das Leben falsch ab....“
Nur so viel sei verraten: Das Leben ist nicht falsch abgebogen!
Aber auch das kenne ich. Diese Momente, in denen ich weiß, jetzt besteht Gefahr, dass „das Leben falsch abbiegt“. Und komischerweise, in diesen wirklich entscheidenden Momenten versteht auch die Verstockung, dass jetzt mal Schluss sein muss, damit etwas anfangen kann.. „Die Verstockung blieb, wo sie war, auf der Fensterbank.“
Und zweitens: Wieder Luise: „Ich dachte, dass ich mich noch nie für etwas entschieden hatte, dass mir alles immer eher widerfuhr, ich dachte, dass ich zu nichts wirklich Ja gesagt hatte, sondern immer nur nicht Nein.“
Genau das ist mir irgendwann in den vergangenen zwei Jahren auch klar geworden. Es stimmt für zuviele Momente in meinem Leben. Ich möchte es anders machen. Nachdenken und entscheiden, was ich wirklich möchte und dazu JA sagen. Und zum Rest: Nein!
Und damit das hier jetzt nicht zu lange wird, höre ich auf, aber lege euch das Buch sehr an’s Herz!
Eines noch: Ein Satz, von dem ich mir wünsche, dass er ganz oft in meinem Tagebuch steht:
„Hier war ich – mitten im Hier und Jetzt statt wie sonst im Wenn und Aber."

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