Samstag Nachmittag: alles grau in grau, (dr)innen und draussen. Was tun? Ich hab mich ein bisschen gesträubt, aber es war klar, dass die Komfortzone verlassen werden muss. Also bin ich raus in den Wald. Es gibt Momente, in denen muss man sich dem Wind, der Kälte und dem Gatsch aussetzen.
Wenn ich zuviel Zeit vor dem Computer und mit mir allein verbracht habe und merke, dass ich versuche mein inneres Loch, das sich manchmal auftut mit Dingen zu füllen, die das Loch nur grösser machen, dann hilft am besten die Bodenständigkeit der Natur. Wenn ich beim Bergaufgehen merke, dass mein Herz noch schlägt und mir der Wind im Gesicht sagt, dass ich Kraft genug habe, meinen Weg auch gegen Widerstände zu gehen, dann lichtet sich die innere Unordnung wieder. Auch die Gedanken hören auf, sich wild im Kreis zu drehen und lassen sich inspirieren von der Weisheit der Natur. Von diesem Baum zum Beispiel:
Er hat mich an einen Satz erinnert, den ich vor einigen Tagen gelesen hatte und der mich seitdem sehr treu begleitet. Barbara Pachl-Eberhart erzählt in einem Interview, was "warten" für sie bedeutet. Nämlich, dass es kein "sinnloses Absitzen von Zeit ist. (...) Warten bedeutet, auf schnelle, vordergründige Begehrlichkeiten und Forderungen an das Leben zu verzichten und stattdessen zu spüren, was als nächstes in einem reif ist." Und dazu ein Zitat, das ich bei Nicky Gumble auf Instagram gelesen habe: "Who you become while you are waiting is as important as what you are waiting for." Ja... das bestätigt dieser Baum. Starke Wurzeln, robuster Stamm. Dafür braucht es wirklich Zeit. Aber den wirft so schnell nichts um...
Ich gehe weiter und weil es eben nun mal kein schöner Tag war, meldet sich eine kleine Wutwolke zu Wort... Nämlich als ich dieses Herz am Boden liegen sehe:
Schön eigentlich. Aber mir war nicht nach "schön" und auch nicht nach Kitsch. Und so habe ich dem armen Herzen einen ordentlichen Tritt versetzt. So fest, dass es mir irgendwie leid getan hat. Also hab ich das Herz aufgehoben und es umgedreht:
Und dann bin ich richtig erschrocken. Dieses Herz hat eine tiefe Wunde. Und ich trete drauf herum....
Ich will die Botschaft, die mir hier auf den Weg gelegt wurde jetzt nicht weiter auslegen, weil es zu persönlich ist, aber ich will mit euch teilen, dass es hilfreich ist, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Und dass ich manchmal etwas an-greifen muss, um etwas Tieferes zu be-greifen. Und diese Dinge sind oft gar nicht so verborgen, sie liegen manchmal mitten am Weg. Ich muss sie nur sehen (man sieht nur mit dem Herzen gut...) und meiner Intuition (in dem Fall den Stein aufheben und genauer anschauen) nachgehen.
Ich hab das (schwere) Herz mit seiner Wunde dann ein Stück mit mir getragen und an einen guten Ort gebracht. Zu einer Kapelle. Und ich glaube, dass es dort Heilung erfahren wird. Ich hab es ruhigen Gewissens dort gelassen und bin be-reicher-t nach Hause gegangen.





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